Studium

 

ANALYTISCHES VORGEHEN
Traditionelle Aufgabe der Anatomie:
"Zergliederung" des Körpers

Lehre vom Körperbau, der Morphologie,in den verschiedenen Dimensionen der Beobachtung:

von den grösseren, mit dem blossen Auge erkennbaren, makroskopischen Strukturen

  • bei der Autopsie des toten Menschen
  • heutzutage auch am Lebenden anhand von bildgebenden Verfahren: konventionelle Röntgentechnik, Computertomographie, Ultraschalluntersuchungen, Magnetresonanztomographie

bis in die mikroskopischen Strukturen

  • der Gewebe und Organe durch das Lichtmikroskop
  • der einzelnen Zelle und sogar der Moleküle durch das Elektronenmikroskop.

 

STRUKTUR-FUNKTIONS-BEZIEHUNGEN
Struktur und Funktion bedingen einander

Diese Tatsache ist das Bindeglied zwischen der Anatomie als Wissenschaft von der Form lebender Organismen und der Physiologie, der Lehre von den Lebensvorgängen und den Funktionen der Organe sowie des ganzen Organismus. Bei der Interpretation anatomischer Befunde wird versucht, den beobachteten Strukturen eine Funktion zuzuordnen (funktionelle Anatomie).

 

INTEGRATION / SYNTHESE
Das Ganze ist nicht die Summe der Teile

Der menschliche Körper ist ein funktionelles Ganzes, bei dem die einzelnen Teile nicht ohne das Ganze zweckmässig arbeiten können. Man muss sich hüten, das Ganze als einfache Summe der Teile verstehen zu wollen. Ein Gewebe leistet mehr als die Summe der Zellen, ein Organ mehr als die Summe der Gewebe. Erst das sinnvolle Gefüge, die Integration der Funktionen der einzelnen Teile, macht das Ganze aus.

 

Der Lehrauftrag des Institutes umfasst den Unterricht der Medizinstudenten im 1. und 2. Studienjahr in den Fächern

  • Anatomie (systematische und topographische Anatomie)
  • Histologie (Zytologie, allgemeine Histologie, mikroskopische Anatomie)
  • Embryologie.

Für Studierende der Veterinärmedizin werden Vorlesungen und Kurse in mikroskopischer Anatomie gehalten.

Für Pharmazie- und Biologiestudenten, sowie für angehende Turnlehrer werden zusätzlich spezielle Vorlesungen in Anatomie und Histologie angeboten.

Ausserdem tragen Dozenten des Institutes zur Ausbildung in paramedizinischen Berufen bei (Krankenpflege, Physiotherapie, MTLA-Schule,...).

Dem interessierten Publikum öffnet sich das Institut mit Volkshochschulkursen.

Das Personal des Institutes übernimmt noch für Schulen und Organisationen verschiedenster Art Führungen durch die Anatomische Sammlung.

 

Nachdem 1996 im 1. Studienjahr eine neue Form des Unterrichtes mit einer Pilotgruppe von 64 Studenten/Innen eingeführt wurde, werden ab WS 97/98 alle Studierenden des 2. Studienjahres der Humanmedizin das neue Curriculum absolvieren.

Das Konzept der Studienreform basiert auf:

  • einer vollständigen Integration der naturwissenschaftlichen und medizinischen Grundfächer.
  • einer beträchtlichen Verminderung der Vorlesungen (Frontalunterricht) zugunsten eines problemorientierten Lernens (POL) mit Tutorien in kleinen Gruppen, Fachpraktika und mit besonderem Gewicht auf dem Selbststudium.
  • einer laufenden, formativen Selbstevaluation der Studierenden (neben den vorklinischen Prüfungen).