Institut für Anatomie

Forschung

Zellbiologie

Neue Substanzen zur Behandlung schwerer bakterieller Infektionen

Antibiotika sind, seit der Erfindung des Penicillins vor fast 90 Jahren, aus der Behandlung bakterieller Infektionen nicht mehr wegzudenken. Allerdings gibt es inzwischen mehr und mehr Keime, die Resistenzen entwickeln, d.h. in diesen Fällen wirken Antibiotika nicht mehr, und eine antibakterielle Therapie wird schwierig oder unmöglich. Ein anderes Problem besteht im Fehlen von Wirkstoffen, die sich zwar gegen Bakterien richten, aber keine bakterielle Resistenz hervorrufen.

Wir arbeiten an der Entwicklung von speziell zusammengesetzten Lipidpartikeln ("Liposomen") – also Bestandteilen der Fettschicht von Körperzellen – die einen Schutzschirm bilden, der gezielt die von den Bakterien ausgestossenen Giftstoffe einfängt und neutralisiert. Dadurch werden die Bakterien ungefährlich für die Körperzellen und können von den Zellen des Abwehrsystems überwältigt und unschädlich gemacht werden. Weil die Wirkung der Liposomen sich nicht gegen die Bakterien selber richtet, ist es unwahrscheinlich, dass sich dagegen Resistenzen entwickeln. Ein erstes Produkt, welches im Tierversuch sehr erfolgreich war, befindet sich in der klinischen Entwicklung.